Das Kirchenjahr neigt sich dem Ende zu. Mit dem Fest Christkönig schließen wir ein Jahr ab, das uns als Kirche, als Glaubende und als Gemeinschaft tief bewegt hat.
Christus – ein König. Das klingt nach Macht und Herrschaft. Doch wer auf ihn schaut, erkennt: Er ist ein König ganz anderer Art. Seine Krone ist aus Dornen, sein Thron ist das Kreuz. Er herrscht nicht mit Gewalt, sondern mit Güte. Seine Macht ist die Liebe, die heilt, vergibt und Frieden stiftet.
In einer Welt, die oft laut, unruhig und unversöhnlich geworden ist, erinnert uns Christus daran, dass wahre Größe im Dienen liegt. Er ist der König der Herzen – besonders jener, die nach Gerechtigkeit, Frieden und Menschlichkeit suchen.
Wenn ich auf dieses Kirchenjahr zurückblicke, dann sehe ich viele Spuren dieser Hoffnung. Das Heilige Jahr in Rom hat unzählige Menschen auf den Weg gebracht – mit offenen Herzen, mit Sehnsucht nach Sinn und Nähe zu Gott. Auch ich durfte in Rom mehrmals sein. Jede dieser Reisen war für mich ein geistlicher Weg. Sie haben mir gezeigt, wie lebendig der Glaube ist, wenn Menschen ihn miteinander teilen.
Tief bewegt hat mich – wie viele von uns – der Tod von Papst Franziskus an Ostern. Sein letzter Auftritt, seine stille österliche Botschaft, war ein Vermächtnis: ein Zeichen der Hoffnung, die aus dem Glauben wächst. Mit der Wahl von Papst Leo XIV. beginnt ein neues Kapitel. Ein Pontifikat, das Zuversicht weckt – getragen von Mut, Offenheit und Vertrauen auf Gottes Geist.
Auch in unserem Bistum Würzburg dürfen wir im kommenden Jahr auf ein besonderes Ereignis blicken: den Katholikentag unter dem Leitwort „Hab Mut und steh auf!“
Diese Worte treffen mitten ins Herz. Sie fordern uns heraus, im Glauben aufzustehen – gegen Gleichgültigkeit, Angst und Resignation. Glauben heißt, dem Leben zu trauen. Es heißt, Hoffnung weiterzugeben – im Kleinen, im Alltag, im Miteinander unserer Gemeinden.
Der Christkönigssonntag lädt uns ein, Christus in unserem Herzen Raum zu geben. Sein Reich beginnt dort, wo wir uns einander zuwenden, wo wir teilen, vergeben und Frieden stiften. Er regiert nicht über uns, sondern mitten in uns – in jeder Geste der Liebe, in jedem aufrichtigen Gebet, in jeder Hand, die hilft.
Am Ende dieses Kirchenjahres dürfen wir dankbar zurückschauen – und zugleich hoffnungsvoll nach vorne sehen. Denn Jesus Christus, unser König, geht mit uns durch unser Leben mit all den Höhen und Tiefen des Lebens.
Er bleibt an unserer Seite – im Himmel und auf Erden, in Freude und Leid, in all dem, was unser Leben ausmacht.
So wünsche ich Ihnen allen einen gesegneten Christkönigssonntag und einen guten, hoffnungsvollen Beginn des neuen Kirchenjahres.
Kim Sell, Diakon

